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Datum: 22.03.2024

Kreistag treibt die Gründung einer Kreisenergiegesellschaft weiter voran

Der Kreistag hat am 18. März 2024 die Gründung einer Kreisenergiegesellschaft (KEG) beschlossen und Landrat Volker Boch einstimmig beauftragt, auf Basis des vorgelegten Gesellschaftsvertrags mit der Stadt Boppard, den Verbandsgemeinden Hunsrück-Mittelrhein, Kastellaun und Simmern-Rheinböllen sowie der Kommunalen Energie Kirchberg AöR und der Rhein-Hunsrück Entsorgung AöR die weiteren Schritte zu vereinbaren.

Fast genau ein Jahr zuvor, am 20. März 2023, hatte der Kreistag Landrat Boch den Auftrag erteilt, die Voraussetzungen für die Gründung einer KEG unter den aktuellen politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu prüfen.

In der jüngsten Kreistagssitzung stellte der beauftragte Gutachter Dr. Stefan Meiborg, Geschäftsführer der Kommunalberatung Rheinland-Pfalz GmbH, nun die Machbarkeitsstudie zur Gründung einer KEG vor. „Vorteil ist, dass auf Ortsgemeindeebene die komplette Vermögensverwaltung wie Pachtverträge verleibt. Zusätzlich kann sich die Gemeinde auch wirtschaftlich betätigen und Interessen werden gebündelt“, so Dr. Meiborg. „Dass der Rhein-Hunsrück-Kreis als Akteur bei der regionalen Energieerzeugung wahrgenommen werden muss und welche Bedeutung dies für ganz Rheinland-Pfalz habe, ist landesweit bekannt“, erläutert Meiborg. So lobte er ausdrücklich die vorbereiteten Geschäftsideen für die KEG wie Direktstromlieferungen für Bürgerinnen und Bürger sowie Industriebetriebe mittels lokaler Strombilanzkreise. Die Idee eines eigenen Strombilanzkreises werde bereits landesweit aufgegriffen. Regenerative Energien können im Direktbezug vor Ort in der Region verbraucht werden. Von der direkten Erzeugung zum direkten Verbrauch sei ein mustergültiges Projekt. „Nun geht es darum, diese Wege möglichst schnell einzuschlagen“, schloss Dr. Meiborg seine Erläuterungen.

Landrat Boch dankte ausdrücklich allen kommunalen Partnern, die in den vergangenen Monaten intensiv an der Prüfung beteiligt waren, insbesondere den Verbandsgemeinden und der Stadt Boppard. „Ich bin sehr froh, dass wir den gemeinsamen Weg begonnen haben und dieses pionierhafte Projekt, von dem die Region massiv profitieren wird, gemeinsam vorantreiben. Durch die Gründung und Ausgestaltung der KEG, die mit Leben zu erfüllen ist, können wir sehr viel mehr Wertschöpfung in die Region holen als dies aktuell der Fall ist. Hierdurch können wir als Landkreis landesweit ein Zeichen für nachfolgende Generationen setzen und zur Steigerung der lokalen Akzeptanz beitragen“, so Landrat Volker Boch. „Es geht nicht darum, dass noch viel mehr Windräder in der Region gebaut werden sollen. Aber durch das Thema Repowering haben wir im Landkreis eine Entwicklung vor uns und es stellt sich die Frage, ob wir stärker als bislang hiervon profitieren wollen“, so Boch weiter. Daher ermutigte Landrat Boch die Kreistagsmitglieder, mit ihrem Beschluss einen entsprechenden Meilenstein zu setzen.

In der Gründungsphase soll die Geschäftsführung bei der Rhein-Hunsrück Entsorgung AöR angesiedelt sein. In einem nächsten Schritt sollen die Beschlüsse in den Verbandsgemeinderäten und im Stadtrat Boppard zum Beitritt bis zur Jahresmitte gefasst werden. Sollten alle kommunalen Partner zustimmen, könnte die KEG gegebenenfalls bereits mit Wirkung zum 1. Januar 2025 gegründet werden.

Nach erfolgter Zustimmung aller kommunalen Partner soll ein professioneller Partner aus der Energiewirtschaft für die KEG ausgeschrieben werden.

Mit der einstimmigen Unterstützung des Kreistags wurde ein starkes Zeichen für die weiteren Gründungschritte gesetzt.

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