Artenschutz
Gemeinsam den Igel schützen - Mähroboter sollten nachts nicht laufen
Warum ist der Igelschutz aktuell so wichtig?
Der Igel ist ein wichtiger Teil der Natur, doch seine Population nimmt stark ab. Hauptursachen sind Pestizide, Lichtverschmutzung und der Verlust natürlicher Lebensräume. Naturnahe Gärten, die den Tieren Schutz, Nistplätze und Nahrung bieten, fehlen zunehmend. Auch im Rhein-Hunsrück-Kreis wächst die Sorge um den Schutz der heimischen Igel.
Wie ist die Initiative zum verstärkten Igelschutz entstanden?
Die verstärkte Aufmerksamkeit für den Igelschutz geht auf eine Initiative von Dr. Baumgarten (Fraktion ÖDP-Linke), Mitglied des Kreistags, zurück. Er machte auf die Risiken aufmerksam, die insbesondere nachts fahrende Mähroboter für Igel darstellen. Auf dieser Grundlage hat die Kreisverwaltung die Problematik aufgegriffen und den Appell gestartet, Mähroboter ausschließlich tagsüber einzusetzen, um die heimischen Igel zu schützen. Landrat Volker Boch betont, dass die Zusammenarbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern entscheidend ist, um den Rückgang der Igelpopulation zu stoppen.
Welche Lebensräume brauchen Igel?
Igel benötigen strukturreiche Habitate mit ausreichender Nahrung, vor allem Insekten. Natürliche Hecken und Büsche sind besonders wichtig, da sie den Tieren tagsüber als Schlafplatz, für den Winterschlaf und die Aufzucht ihrer Jungtiere dienen.
Wo finden Igel heutzutage geeignete Lebensräume?
Da natürliche Lebensräume schwinden, finden Igel Ersatz in Grün- und Parkanlagen sowie auf Friedhöfen. In städtischen Gebieten gibt es teilweise sogar höhere Igelbestände als in freier Landschaft. Naturnahe private Gärten bieten ebenfalls wertvolle Rückzugsorte.
Welche Gefahr stellen Mähroboter für Igel dar?
Mähroboter sind vor allem nachts eine erhebliche Gefahrenquelle für Igel. Da Igel nachtaktiv sind und sich bei Gefahr totstellen, erkennen die Geräte die Tiere nicht als Hindernis. Dies führt häufig zu schweren Verletzungen wie abgetrennten Nasen oder Zehen.
Was haben Städte gegen diese Gefahr unternommen?
In vielen Großstädten wurden Allgemeinverfügungen erlassen, die den nächtlichen Einsatz von Mährobotern untersagen. Ziel ist es, das Verletzungsrisiko für Igel erheblich zu reduzieren.
Was empfiehlt die Kreisverwaltung Rhein-Hunsrück?
Die Kreisverwaltung appelliert eindringlich an alle Bürgerinnen und Bürger, Mähroboter nicht nachts zu betreiben. Idealerweise sollten diese Geräte von einer halben Stunde vor Sonnenuntergang bis eine halbe Stunde nach Sonnenaufgang nicht genutzt werden.
Gibt es ein generelles Verbot für Mähroboter?
Ein generelles Verbot ist derzeit nicht vorgesehen. Die Kreisverwaltung setzt auf das Verantwortungsbewusstsein der Bevölkerung, um Igel bestmöglich zu schützen.
Wie kann man helfen, wenn verletzte oder tote Igel gefunden werden?
Verletzte oder tote Igel sollten der Unteren Naturschutzbehörde des Rhein-Hunsrück-Kreises gemeldet werden. Diese Informationen helfen dabei, gezielt Schutzmaßnahmen zu entwickeln.
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