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05.11.2018

Der Rhein-Hunsrück-Kreis ist deutschlandweit einer der ersten Null-Emissions-Landkreise

Von 680.066 Tonnen CO2-Ausstoß auf Null in 28 Jahren / Kreis ist Energiewende-Vorreiter in Rheinland-Pfalz

„Der Rhein-Hunsrück-Kreis produziert allein 300 Prozent Strom aus Wind, Sonne und Biomasse, gemessen an seinem Gesamtverbrauch. Innerhalb von 28 Jahren hat der Kreis seine CO2-Emissionen in den Sektoren Wärme, Strom und Abfall von 680.066 bilanziell auf null Tonnen gesenkt. Das ist ein einzigartiger Erfolg: Der Rhein-Hunsrück-Kreis ist deutschlandweit einer der ersten Null-Emissions-Landkreise im sogenannten stationären Bereich“, sagten Umwelt- und Energieministerin Ulrike Höfken und Landrat Dr. Marlon Bröhr heute bei der Premiere des Films „Der Rhein-Hunsrück-Kreis – Heimat der Energiewende-Vormacher“ in Simmern.

Energiewende schafft Wertschöpfung für die Region

Bürgerbus, Begegnungscafés, sanierte und umgestaltete Spielplätze: Die Einnahmen aus den Erneuerbaren Energien und die Einsparungen durch Effizienzmaßnahmen haben den Kommunen im Kreis sowie den Bürgerinnen und Bürgern finanzielle Spielräume zur Entwicklung des ländlichen Raums gegeben. „Die Nahwärmenetze, Windenergieanlagen auf kommunalen Flächen sowie viele weitere Projekte, die teilweise auch finanziell von der Landesregierung unterstützt wurden, schaffen eine kommunale Wertschöpfung von jährlich rund 44 Millionen Euro. Die Rücklagen der Ortsgemeinden sind auf 84 Millionen Euro gewachsen. Die kommunale Verschuldung im Rhein-Hunsrück-Kreis beträgt nur noch 20 Prozent des Landesdurchschnittes. Die Kommunen sind so gut wie schuldenfrei“, sagte Landrat Dr. Marlon Bröhr. Eine Basis dieses Erfolgs bilde die Energiewende, wie der Film eindrucksvoll zeige, so Höfken. Und der Zuschauer erfährt: „Zur Umsetzung des Klimaschutzes braucht es die Menschen vor Ort. Die Bürgerinnen und Bürger ziehen hier für eine nachhaltige Zukunft alle an einem Strang“, führte die Ministerin an.

Mit Mut, Vision und Tatkraft für den Klimaschutz

Mit Erfolg: Die Einnahmen aus Energieeinsparung und Pacht haben die Gemeinden des Kreises planvoll reinvestiert, etwa in die Geierlay-Hängeseilbrücke mit mehr als 750.000 Besucherinnen und Besuchern in nur drei Jahren. Die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Gemeindeshauses Horn mit einem eigenen Energiespeicher sichert die LED-Straßenbeleuchtung der Gemeinde und erspart ihr hohe Stromkosten. Die Schnorbacher Energiesparrichtlinie, bei der die Kommune Einnahmen in Energieeffizienzmaßnahmen der Bürger reinvestiert, hat zahlreiche Nachahmer und bundesweite Beachtung gefunden. Höfken erklärte: „Ich bin fasziniert, was im Rhein-Hunsrück-Kreis in vergleichbar kurzer Zeit entstanden ist. Mut, Vision und Tatkraft leisten hier wirksamen Klimaschutz und festigen die Akzeptanz in der Bevölkerung für die Energiewende. Außerdem dient der Kreis als wertvolles und motivierendes Vorbild für viele weitere Kommunen.“

Klimawandel ist Realität

"Starkregenereignisse, Dürre, Niedrigwasser: Der Klimawandel ist in Rheinland-Pfalz spürbar. Um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen, müssen alle Akteure auf internationaler, nationaler und regionaler Ebene handeln," betonte Höfken. „Unser Ziel ist klar: Wir wollen Rheinland-Pfalz bis 2050 weitgehend klimaneutral gestalten, wie in unserem Landesklimaschutzgesetz festgeschrieben. Dafür haben wir die Weichen mit den zentralen Bausteinen Umsetzung der Energiewende, Klimaschutz- und Wärmekonzept gestellt. Viele konkrete Projekte zur Erreichung unseres Klimaschutzziels werden auf kommunaler Ebene wie im Rhein-Hunsrück-Kreis umgesetzt“, so Höfken.

Nominierung zur „Energie-Kommune des Jahrzehnts“

Auch die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) ist auf die einzigartige Geschichte des Rhein-Hunsrück-Kreises aufmerksam geworden. Sie hat den Kreis als eine von fünf Kommunen zur „Energie-Kommune des Jahrzehnts“ nominiert. Der Gewinner wird auf dem „Zukunftsforum Energiewende“ am 20. November 2018 in Kassel bekannt gegeben. „Diese Nominierung ist eine große Ehre, Anerkennung und Motivation für alle Klimaschutz-Mitstreiter im Rhein-Hunsrück-Kreis“, sagten Höfken und Bröhr abschließend.

Der Film „Der Rhein-Hunsrück-Kreis – Heimat der Energiewende-Vormacher“ ist online abrufbar unter "Der Rhein-Hunsrück-Kreis - Heimat der Energiewende-Vormacher“.

Pressestelle

Frau Doris Becker
Pressestelle
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