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Vorplanung und Gründung

Haben sich bereits erste Akteure zusammengeschlossen, ist eine ausreichende Anzahl Bürger für das Projekt motiviert und fiel die Vorstudie positiv aus (= Gemeindeeignung), dann erfolgt die konkrete Projektvorplanung und die Vorbereitung der Gesellschaftsgründung zum Betrieb des Nahwärmenetzes.

Bildung von Arbeitsgruppen

Grundsätzlich können zu jedem Themenkomplex einzelne Arbeitsgruppen gebildet werden, z. B. Technologien, Ressourcen (Biomasse), Finanzierung und Förderung. Dies ist vor allem von den Beteiligten und deren Fähigkeiten abhängig. Berufsgruppen, die sich gut für die Mitarbeit in den Arbeitsgruppen eignen, sind beispielsweise Land- und Forstwirte, Heizungsbauer, Ingenieure, Steuerberater und Anwälte. Entscheidet sich eine Gemeinde für mehrere Arbeitsgruppen, so sollte die Kommunikation zwischen ihnen beispielsweise durch regelmäßige Gruppentreffen unterstützt werden. Eine wichtige Aufgabe solcher Arbeitsgruppen bildet u. a. die Auswahl und Beauftragung von unterschiedlichen Unternehmen zur Planung und technischen sowie baulichen Umsetzung des Nahwärmeverbundes.

Machbarkeitsstudie

Eine Machbarkeitsstudie dient der Beurteilung der ökonomischen Vorteilhaftigkeit eines Projektes. Im Fall eines Nahwärmenetzes werden unter einer Machbarkeitsstudie u. a. die Untersuchung und Bewertung der Potenziale, Bedarfe, potenziellen Betreiber- und Finanzierungsmodelle sowie unterschiedliche Wärmebereitstellungsvarianten, zusammengefasst.

Rohstoffsicherung

Wurden in der Initialphase die vorhandenen Potenziale erfasst, so muss in dieser Phase die tatsächlich zur Verfügung stehende Menge ermittelt werden. Ist das regionale Potenzial geringer als die benötigte Eintragsmenge, so sollte durch Kooperation mit Nachbargemeinden bzw. -landkreisen die Rohstoffzufuhr gesichert werden. Diesbezüglich sind in dieser Phase Verhandlungen mit unterschiedlichen Lieferanten (z. B. dem Forstamt) notwendig. Nach erfolgreicher Einigung ist das Abschließen von Vorverträgen zur Absicherung der Liefermengen und der Brennstoffqualität unabdingbar.

Sicherung von Anschlussnehmern (Bedarfsanalyse)

Zur Ermittlung der tatsächlichen Wärmebedarfe und damit einhergehend der Anlagendimensionierung ist die verbindliche Anschlusszusage notwendig. Hierzu ist das Abschließen von Vorverträgen als zielführend anzusehen.

Betreibermodell

Die Wahl des Betreibermodells kann entscheidend zur Anschluss-Motivation der BürgerInnen beitragen. Gerade in Gemeinden mit einer gut funktionierenden Dorfgemeinschaft bietet sich die Gründung einer Bürgergenossenschaft besonders an. Des Weiteren können Nahwärmeverbünde u. a. auch als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) oder Gesellschaft mit beschränkter Haftung realisiert werden. Die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Umsetzungsformen sind unter dem Registerpunkt „Umsetzungsformen“ zusammenfassend dargestellt.

Preismodell

Zur Bestimmung eines Preismodells ist es sinnvoll, beispielsweise durch die gegründete Arbeitsgruppe eine übersichtliche und verständliche Kalkulation der Kostenbestandteile (= Vollkostenrechnung) zu erstellen. Hierbei sollten die Investitionskosten durch einen verbrauchsunabhängigen Grundpreis auf die Wärmeabnehmer umgelegt werden. Die verbrauchsgebundenen Kosten sollten hingegen, entsprechend der Abnahmemenge, in Form eines Arbeitspreises ausgewiesen werden. Dieses Vorgehen sichert die Wirtschaftlichkeit der Anlage auch bei milderen Wintern und den damit einhergehenden geringen Abnahmemengen.

Finanzierungskonzept

Die meisten Nahwärmeverbünde werden mithilfe von Förder- bzw. Zuschussprogrammen realisiert. Hierzu bieten sich u. a. unterschiedliche Programme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) an. Unter Umständen müssen Eigenkapitalanteile, beispielsweise durch Genossenschaftseinlagen, bereitgestellt werden. Die Finanzierungsabwicklung erfolgt zumeist über die ortsansässigen Regionalbanken. Eine weitere Finanzierungsmöglichkeit ist im sogenannten Anlagen-Contracting zu sehen. Hierbei obliegen die Planung, Finanzierung und der Betrieb des Nahwärmenetzes einem externen Betreiber, der die erzeugte Wärme an die angeschlossenen Gebäude verkauft.

Technisches Konzept

Das Potenzial an regional zur Verfügung stehenden biogenen Brennstoffen ist ausschlaggebend für die Wahl der passenden Technik. Aus Informationszwecken bietet sich im Rhein-Hunsrück-Kreis neben der Besichtigung bestehender Anlagen und deren Betriebsweise auch der Erfahrungsaustausch mit den Umsetzern an. Hierdurch kann vom regionalen Know-How und den Erfahrungen „aus erster Hand“ profitiert werden.

Bürgerinformation

Nach erfolgreicher Kontaktaufnahme ist die weitere Kommunikation mit den BürgerInnen bzw. den potenziellen Nahwärmekunden von entscheidender Bedeutung, einerseits um interessierte Akteure als verbindliche Wärmekunden zu gewinnen und andererseits um Unentschlossene vom Vorhaben zu überzeugen und sie zum Anschluss an das geplante Nahwärmenetz zu motivieren.

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