Hilfsnavigation
Seiteninhalt
19.09.2017

Japanische Stadt Miyama und Rhein-Hunsrück-Kreis wollen voneinander lernen

Die Stadt Miyama in der japanischen Präfektur Fukuoka und der Rhein-Hunsrück-Kreis haben am 4. September eine Kooperation in Sachen Klimaschutz und Entwicklung des ländlichen Raumes beschlossen. In Gesprächsrunden wurde im Vorfeld die möglichen Themenfelder der Zusammenarbeit aus den Bereichen Bioenergie, Energieeffizienz, intelligente „smarte“ Kommune und Regionalentwicklung gemeinsam mit Kindern und Bürgern mit der Stadt sowie dem Stadtwerk Miyama Smart Energy besprochen.

Nach einem Empfang im Rathaus folgte ein Bürgerforum mit rund 400 Teilnehmern. Im Anschluss wurde die Kooperationsvereinbarung von Bürgermeister Chikashi Nishihara und Herrn Landrat Dr. Marlon Bröhr feierlich unterzeichnet.

Landrat Dr. Bröhr zeigte sich besonders beeindruckt von den bereits umgesetzten Maßnahmen der Daseinsvorsorge zur Bewältigung des demografischen Wandels in Miyama. So wird erstmalig in Japan parallel zu der dezentralen Energieerzeugung bereits ein Internethandel für lokale Waren sowie Dienstleistungen für ältere Einwohner erfolgreich von den Stadtwerken organisiert. Weiterhin hat die Stadt Miyama das Ziel formuliert als erste japanische Stadt erneuerbare Energien lokal zu produzieren und auch lokal zu nutzen. Da dies der Zielsetzung des DESIGNETZ-Demonstrationsprojektes „Energiewabe Rhein-Hunsrück-Kreis“ entspricht, wurde ein Austausch hierüber vereinbart.

Landrat Dr. Bröhr brachte es gegenüber Bürgermeister Nishihara auf den Punkt: „Obwohl uns 12.000 Kilometer trennen, haben wir nun gesehen, dass wir die gleichen Ziele verfolgen. Ich hoffe, dass wir gemeinsam den Weg zu einer nachhaltigen Zukunft mit einer Stärkung unserer ländlichen Regionen beschreiten können.“

Die Zusammenarbeit findet im Rahmen der „Deutsch-japanische Kooperationsinitiative städtischer und regionaler Klimaschutz“ statt, welche im Mai 2016 auf dem G7-Gipfel in der japanischen Stadt Toyama von der deutschen Umweltministerin Dr. Barbara Hendricks mit ihrer japanischen Amtskollegin geschlossen wurde. In dessen Folge hatte die japanische Botschaft den Kreis im November 2016 offiziell kontaktiert. Der Kreisausschuss hatte im Juni 2017 die gemeinsame Einladung der deutschen und japanischen Regierung sowie die Gesprächsanfrage der Stadt Miyama ausdrücklich begrüßt.

Weitere Stationen der Delegationsreise waren ein Stadtwerke-Workshop in Tokio, ein landesweiter Biomasse-Workshop mit rund 90 Teilnehmern in der Stadt Kofu, sowie eine zweitägige Konferenz in Nagano mit rund 600 Teilnehmern, an der zusätzlich die Städte Freiburg, Osnabrück und Saerbeck teilnahmen. Landrat Dr. Bröhr wurde begleitet von Landrat a.D. Bertram Fleck sowie Klimaschutzmanager Frank-Michael Uhle. Die erfolgreichen Praxisbeispiele aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis sind dabei bei allen Vorträgen, Diskussionsrunden und Workshops auf große Beachtung gestoßen. Landrat Dr. Bröhr zeigte sich beeindruckt vom starken japanischen Interesse an den Aktivitäten im Kreis und betonte, welche Ehre dies für die seit dem Agenda21-Prozess lokal erarbeiteten Projekte und deren Macher bedeutet.

 

Hintergrundinfo:

Bereits seit dem Jahr 2013 bestehen intensive Kontakte mit dem fernöstlichen Land, welche nun durch die Kooperationsanfrage der japanischen Botschaft ihren Höhepunkt fanden. Botschaftsrat Dr. Kawamata wurde auf den Rhein-Hunsrück-Kreis durch das Buch, das im Jahr 2014 erschienen ist „Bürger-Energiewende in Deutschland“ aufmerksam. In einem ausführlichen Kapitel wird der Kreis als Paradebeispiel einer regionalen Energiewende mit ganzheitlichem Ansatz beschrieben. In Folge des Buches bereisten bereits fünf Fachexkursionen gemeinsam mit dessen Autorin Kaori Takigawa-Wassmann den Kreis. Außerdem gab es mehrfache Besuche der beiden japanischen Wirtschaftsprofessoren Masatake Uezono und Jörg Rupach-Sumiya, welche das Thema regionale Wertschöpfung am Beispiel des RHK analysieren und unermüdlich den Kreis als Positivbeispiel für gelungene Regionalentwicklung bei japanischen Kommunen bewerben.

Im Februar 2017 traf Dr. Kawamata in Tokio anlässlich der Premiere des Kinofilms „Japan und die Erneuerung – die Gigawattstrategie aus Sonne und Wind“ auf weitere Freunde des Kreises. Der Film wurde in acht Ländern gedreht, neben Deutschland in Dänemark, den USA (Kalifornien, dem Pentagon, auf Hawaii), auf Island, der Mongolei in China, usw. und zeigt den aktuell weltweit führenden Stand der Erneuerbaren Energien. Hierfür wurde im August 2015 auch im Kreis auf dem Gelände der Rhein-Hunsrück Entsorgung, auf dem Hochsteinchen und im Schulzentrum Kastellaun gedreht sowie Landrat a.D. Bertram Fleck interviewt.

Der Produzent des Films, Tetsunari Iida, ist Gründer und Direktor des Instituts für nachhaltige Energiesysteme in Tokio. In der Vergangenheit war er als Regierungsberater tätig und ist der renommierteste Fürsprecher für eine japanische Energiewende und den Ausstieg Japans aus der Atomkraft. Weiterer Produzent ist der in Japan berühmte Rechtsanwalt Hiroyuki Kawai, welcher die Prozesse gegen das Wiederhochfahren der Atomkraftwerke führt.

Der Premiere wohnten hochrangige Gäste bei, darunter die drei ehemalige Premierminister Japans Jun’ichirō Koizumi, Yukio Hatoyama und Morihiro Hosokawa.

Zu Beginn des Films werden die Aufnahmen aus dem RHK präsentiert. Schwerpunkt des Beitrags über den RHK bildet das Thema regionale Wertschöpfung.

Kontakt

Herr Frank-Michael Uhle
Telefon: 06761 82-611
E-Mail oder Kontaktformular

Pressestelle

Frau Doris Becker
Pressestelle
Telefon: 06761 82-125
E-Mail oder Kontaktformular
E-Mail oder Kontaktformular
Unsere Öffnungszeiten finden Sie hier.

 

Hier leb' ich gern!