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Datum: 29.09.2015

Anwendung von Homöopathika bei lebensmittelliefernden Tieren

Im Hinblick auf den Verbrauch und die Reglementierung von Antibiotika in der Nutztierhaltung suchen viele Landwirte nach Behandlungsalternativen und greifen zu Homöopathika.

Keine Human-Homöopathika
Hier gilt es zu bedenken, dass bei lebensmittelliefernden Tieren nur Arzneimittel angewendet werden dürfen, die auch für diese Tiere zugelassen, bzw. registriert sind. Fast alle Homöopathika sind nur in der Apotheke zu beziehen, sie sind damit apothekenpflichtig. Sie dürfen somit nur beim Tier angewendet werden, wenn es ausdrücklich auf dem Arzneimittel verzeichnet ist, bei Human-Homöopathika ist das nicht der Fall!

Keine Nosoden
Weiterhin werden häufig sogenannte Nosoden bei der Behandlung der Tiere eingesetzt. Für lebensmittelliefernde Tiere dürfen nur Substanzen verwendet werden, die hinsichtlich ihrer Rückstandshöchstmengen als unbedenklich eingestuft sind; eine Liste dieser Stoffe befindet sich in Tabelle 1 der Verordnung EU 37/2010. Dass heißt, nur Stoffe, die in dieser Tabelle verzeichnet sind, dürfen beim lebensmittelliefernden Tier angewendet werden. Die Nosoden zählen nicht zu diesen Stoffen, sie dürfen nicht verwendet werden.

Kein Versand
Arzneimittel für lebensmittelliefernde Tiere dürfen nicht im Internet auf dem Wege des Versandes bezogen werden.

Alle diese Punkte sind Verstöße gegen das Arzneimittelrecht und sind bußgeldbewehrt!

Dokumentationspflicht für Tier-Homöopathika
Für Tiere registrierte Homöopathika dürfen bei lebensmittelliefernden Tieren angewendet werden. Als Bezugsnachweis gilt die Rechnung der Apotheke entsprechend dem Abgabebeleg des Tierarztes. Das Homöopathikum muss, wie andere apothekenpflichtige Arzneimittel auch, im Bestandsbuch dokumentiert werden.

Bei Fragen melden Sie sich bitte bei Dr. Kerstin Jacobs, Tel. 06761 82-812, E-Mail: kerstin.jacobs@rheinhunsrueck.de.

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